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Zweiter Anzug sitzt noch nicht richtig

Zumindest von der Punkteausbeute her behält die HSG Gevelsberg-Silchede seine zwei Gesichter in der Handball-Oberliga. Unbesiegt zuhause, gab es im vierten Auswärtsspiel die vierte Niederlage – mit dem 23:26 (13:15) beim TuS Spenge.

Doch so betrübt sich die anhaltende Auswärtsschwäche anhört, war der Auftritt der Mannschaft um Trainer Jörg Müller gar nicht. Erst in den letzten Minuten der Begegnung ließ sein Team die Butter vom Brot nehmen. „Wie in der letzten Woche, machte sich am Ende bemerkbar, dass wir mit sechs, sieben Mann durchgespielt haben“, so Müller, der weiß, woran es in seiner Truppe hapert. So stabil sich die erste Sieben in dieser Saison zeigt, so wenig kann der Übungsleiter mit klugen Wechseln von der Bank aus Einfluss auf das Spiel nehmen. „Wir arbeiten daran, dass die Qualität, die von der Bank kommt, den Jungs auf dem Feld hilft“, beschreibt der Coach das Dilemma, in dem er steckt.

Gegen den bisherigen Tabellennachbarn, die mit höheren Ambitionen in die Saison gestartet ist, machte die Gevelsberger Auswahl vieles richtig. Mit guten und lange gefahrenen Angriffen warfen die von Björn Rauhaus gut geführten Gäste sich nach 2:2 (5.) mit 6:2 (8.) einen komfortablen Vorsprung heraus. Auch die Abwehr blieb mit dem wieder gut aufgelegtem Keeper Christian Scholz im Rücken zumeist Sieger gegen die Ostwestfalen. Auf die darauffolgende Aufholjagd der Hausherren wusste die Müller-Sieben die passende Antwort zu geben.
Vier Tore Vorsprung

Nachdem die Gäste beim 10:9 den Atem des TuS im Nacken spürten, konnten diese sich noch einmal durchschütteln und durch Treffer von Rauhaus, Rafael Dudczak, Leo Stippel bis auf 13:9 (25.) davon ziehen. Sogar eine Zeitstrafe gegen Tobias Fleischhauer überstand die Spielgemeinschaft mit 1:1-Toren ohne gravierende Schäden. Doch in Folge verpassten Sebastian Breuker und seine Nebenleute den Abstand zu halten oder gar zu erhöhen und mussten sich mit einer 15:13-Halbzeitsführung begnügen.

Mit dem Start der zweiten Hälfte gewannen die Spenger Handballer immer mehr an Oberwasser und glichen mit dem 15:15 (35.) erstmals aus. Erst in der sechsten Minute des neuen Spielabschnittes beendete Rauhaus die Torflaute seiner Mannschaft. Danach entwickelte sich die Partie immer mehr zu einem Krimi, in der sich die Gevelsberger am gegnerischen Kreis zwar nicht mehr durchsetzen konnten wie in der ersten Hälfte, doch sich vom immer stärker werdenden Favoriten abschütteln ließen. „Im zweiten Durchgang kam Spenge zur Entfaltung. Wir haben uns lange versucht dagegen zu wehren“, gestand Müller die Stärke der Heimmannschaft ein und machte seinen Jungs keinen Vorwurf.

Als in der 52.Minute Björn Rauhaus, wegen einer unglücklichen Abwehraktion, mit einer direkten Roten Karte vom Platz musste, wurde der Punkt zu einer noch schwereren Mission. Doch den Kampf konnten die mitgefahrenen HSG-Fans ihren Akteuren nicht vorwerfen. Tobias Fleischhauers Treffer zum 22:22-Ausgleich (54.) ließ sie immer noch auf einen Zähler hoffen.
Müller durchaus zufrieden

Als auch Daniel Schrouven noch für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen musste, nutzte Spenge clever die Gunst der Stunde und fuhr den Sieg heim. „Das, was wir abgeliefert haben, hätte schon verdient, was Zählbares mitzunehmen“, resümierte Müller bei seiner Nachbetrachtung. Er ist sich sicher, dass sein Team mit solchen Leistungen bald auch auswärts die ersten Punkte einfahren wird.

Erdinc Özcan-Schulz, WAZ

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