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Nicht mit Ruhm bekleckert – jetzt geht der Blick zur nächsten Saison

„Es war eine Saison, in der wir uns nicht mit Ruhm bekleckert haben“, sagt Jörg Müller, Trainer des Handball-Oberligisten HSG Gevelsberg-Silschede. Einmal mehr haben die Gevelsberger den Klassenerhalt im letzten Moment und mit fremder Hilfe geschafft. Anfang September geht es ins fünfte Jahr der westfälischen Beletage.

Müller, im ersten Jahr Trainer in der Halle West als Nachfolger von Hans-Peter Müller, hat unter anderem den schlechten Start als schlechte Voraussetzung für den Saisonverlauf ausgemacht. „Gerade das Selbstvertrauen der jüngeren Spieler konnte sich so nicht entwickeln“, sagt er. Dazu hat die heimische HSG zunächst nicht wirklich eine stabile Abwehrformation gefunden. „So wie ich mir das vorgestellt habe, war dies nicht tragbar“, bilanziert Jörg Müller. „Somit standen wir stets mit dem Rücken an der Wand.“
Das war schlecht

Der Start und die anfängliche Instabilität der Abwehr gehören daher zu den Negativ-Punkten der abgelaufenen Saison. Müller wollte mit Rafael Dudczak und Fabian Kling zunächst als defensive Mitte beginnen. Das hatte nicht funktioniert, wirkte sich auch auf die Leistungen der Keeper Patrick Huhn und Bastian Olschinka aus. „Da habe ich aufs falsche Pferd gesetzt“, so Müller selbstkritisch.

Mit einigen Umstellungen besserte sich dies. Kevin Kliche, der im Wechsel mit Dudczak für defensive Aufgaben aufs Parkett kam, Winter-Neuzugang Tobias Spiegelberg und Björn Rauhaus übernahmen nun wechselnd die Mitte. Überdies klappte im Laufe der Saison das Zusammenspiel von Kreisläufern und Rückraum besser. „In der Rückrunde ging daher die Kurve von uns auch leicht nach oben“, sagt Jörg Müller. Außerdem war die Rückkehr von Tobias Fleischhauer vom Drittligisten SG Schalksmühle-Halver ein wichtiger Faktor für die Rückrunde.
Das war gut

Richtig gut hat Sebastian Breuker gespielt. „Das erste Mal nach seiner schweren Verletzung“, so Müller. Und in der Tat war nach anfänglichen Unsicherheiten langsam aber sicher nichts mehr von seinem Kreuzbandriss zu spüren. Breuker wurde mit 140 Treffern schließlich der beste Schütze der Gevelsberger. Eine ähnlich gute Entwicklung hat Christopher Schrouven genommen, der ebenfalls einen Kreuzbandriss auszukurieren hatte – körperlich, wie auch geistig. Denn nach einer derart schweren Verletzung ist es stets ein wichtiger Faktor, dass keine Gedanken mehr an diese Verletzung verschwendet werden.
Wichtige Unterstützungen

Richtig klasse, spitzenmäßig, war die Unterstützung durch Fans und Freunde des Gevelsberger Handballs. Nicht selten erreichte die Zuschauermarke die 700. Lief es schlecht, war das Publikum enttäuscht, waren es immer noch mehr als 300 Leute, die die Abendkasse um den ehemaligen HSG-Vorsitzenden Manfred Adolph passierten. Laut der Handball Homepage „SIS“ gab es einen Zuschauerschnitt aller Spiele von 117 – Gevelsberg ist Lichtjahre davon entfernt. Im positiven Sinne. „Das ist nicht alltäglich, was wir in Gevelsberg erleben“, so Müller. „Eine ganz fantastische Unterstützung.“

Unterstützung und Rückendeckung erhielt Jörg Müller auch stets vom Vorstand um Vorsitzenden Thomas Schneider, Vize und Manager Christof Stippel sowie Herrenspielwart Christian Thaler. „Der Vorstand hat immer zu mir gehalten, auch in den schweren Situationen“, so Müller, der damit auch auf interne Nebengeräusche anspielt, auf die er nicht näher eingeht.

Überdies freut sich Müller darüber, dass gerade die jungen Spieler sich stetig entwickeln. Immerhin hatte die HSG einen Kader, in dem die Hälfte der Spieler jünger als 20 Jahre ist.
Das soll besser werden

Aus seiner ersten Saison zieht Jörg Müller seine Lehren, will die Mannschaft punktuell und systematisch verbessern. „Eine Mannschaft, die wie wir gegen den Abstieg kämpft, kann es sich nicht leisten, mit nur einem Deckungssystem zu arbeiten“, sagt Müller. Klare Forderung: In der anstehenden Vorbereitung wird hierauf ein Fokus stehen. Ebenso müsse sich die Athletik verbessern. „Da müssen wir was drauf packen“, fordert Müller. Eine Maßnahme wird ein intensives Athletik-Training mit David Gröger vom Bergischen HC sein. In einem Zeitraum, in der die Halle West geschlossen sein wird.
Das Personal

Personell hat die HSG Gevelsberg-Silschede die Planungen eigentlich zum Jahreswechsel abgeschlossen. Eigentlich. Lediglich der Weggang von Yannick Brockhaus war nicht im Kalkül. So fehlt noch ein Spieler in der Rückraum-Position. „Wir sind auf der Suche, haben gute Gespräche, ich bin zuversichtlich, dass wir da fündig werden“, sagt Jörg Müller. So bleibt die Mannschaft. Für den zum Liga-Konkurrenten HTV Sundwig-Westig wechselnden Keeper Patrick Huhn kommt Christian Scholz vom Landesligisten HSV Herbede. „Ein junger Bursche, der das Zeug hat, den Weggang von Huhn zu kompensieren“, ist sich Frank Kunze, Torwarttrainer der HSG Gevelsberg-Silschede, sicher.
So geht es weiter

Anfang Juni beginnt die Vorbereitung für die nächste, die fünfte Saison in der Handball-Oberliga. Grundlagen werden zunächst geschaffen – körperliche, konditionelle. Dazu erste taktische Varianten im Angriff sowie ein zweites Deckungssystem. Ist die Halle West geschlossen, kommt es zum intensiveren körperlichen Training – unter anderem das Kraft- und Athletik-Training mit David Gröger (Bergischer HC). Ende Juli oder Anfang August beginnt die zweite intensive Vorbereitungsphase. Dazu kommen noch Tests und Turniere – und die offizielle Vorstellung des Kaders. Termine gibt es noch nicht, werden gerade ausgemacht und rechtzeitig bekannt gegeben.

Heinz-G. Lützenberger

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