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Sebastian Breuker: „Ich fühle mich hier pudelwohl“

Im Interview erklärt Sebastian Breuker, welchen Anteil HSG Gevelsberg-Coach Sascha Simec an seiner derzeit guten Form hat.

Sebastian Breuker gehört bei der HSG Gevelsberg-Silschede zu den absoluten Leistungsträgern: Der 25-Jährige spielt laut seinem Trainer Sascha Šimec eine „herausragende Saison“ und gehört zu den konstantesten Torschützen der Gevelsberger Verbandsliga-Handballer. Am vergangenen Wochenende erzielte der Linkshänder sein 101. Tor in der laufenden Spielzeit. Damit ist Breuker aktuell der beste Feldtorschütze der gesamten Liga. Warum es derzeit so gut bei ihm läuft, erklärt der Rückraumspieler im Interview:

Herr Breuker, am Wochenende haben sie die 100-Tore-Marke gebrochen. Wie fühlt es sich an, der beste Torschütze der Verbandsliga zu sein?
Sebastian Breuker: Ehrlich gesagt habe ich das nach dem Spiel erst gar nicht mitbekommen. Erst, als meine Mannschaftskollegen auf mich zukamen und mich dazu beglückwünscht haben, 101 Tore erzielt zu haben, habe ich realisiert, dass es wirklich so ist.

Unterhält man sich denn gar nicht über die Torstatistik?
Doch klar, in der Mannschaft ist das schon ab und zu mal Thema. Man macht dann mal ein paar Sprüche oder guckt sich die Torstatistik an, aber ich hatte es nicht so präsent, dass ich im Spiel gegen den ATV Dorstfeld wirklich schon die 100-Tore-Marke geknackt habe. Umso schöner war es aber dann, als ich davon erfahren habe.

Bisher gab es kein Spiel, in dem Sie weniger als fünf Tore erzielt haben. Eine beeindruckende Statistik. Wie kommt es dazu, dass es in dieser Saison so gut für Sie läuft?
Also erst mal muss ich sagen, dass ich mich unter Trainer Sascha Šimec aktuell pudelwohl fühle. Und obwohl wir derzeit wirklich sehr viele Verletzungssorgen haben, trainieren wir richtig gut und effizient. Sascha baut das Training so auf, dass wir die Möglichkeit haben, uns individuell weiterzuentwickeln, aber uns auch als Mannschaft immer weiter einspielen können. Das ist eine Mischung, die nicht nur mir, sondern auch meinen anderen Mannschaftskollegen sehr viel bringt.

Wie sieht diese Mischung im Training denn aus?
Wir machen zum Beispiel viele Übungen, in denen ich als Halbrechter Rückraumspieler viele Würfe trainiere. Dazu stehen dann auch immer einige Verteidiger auf dem Feld, gegen die ich dann ein Tor erzielen muss. Diese Übung bringt mir einfach viel, weil ich innerhalb kürzester Zeit eine Entscheidung treffen muss, ob ich zum Beispiel über die Mitte gehe oder den Weg über außen suche. Aber das ist nur ein Beispiel von vielen Übungen, die mich persönlich weiter gebracht haben.

Sie nennen Ihren Trainer als Grund für Ihren Lauf. Was macht Sascha Šimec denn so gut, dass Sie sich in der laufenden Saison so gut entwickelt haben?
Er hat eine deutliche Ansprache an die Mannschaft, bringt sehr viel Fachkompetenz mit und nimmt sich einen Spieler auch mal zur Seite, wenn es nicht so gut läuft. Ich glaube, es ist so ein bisschen die Mischung aus klaren Ansagen und persönlichen Gesprächen, die er sucht. Bei uns ist er der erste Ansprechpartner. Ich merke auf jeden Fall, dass sich die Zusammenarbeit mit ihm extrem positiv auf die Leistung der Mannschaft auswirkt und wir uns unter ihm kontinuierlich weiterentwickeln.

Ihr Trainer sagt über Sie, dass Sie nicht mit dem Sebastian Breucker aus der vergangenen Saison zu vergleichen wären. Was genau meint er damit?
Um das genau zu wissen, müssten Sie natürlich ihn selbst fragen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass er meine Athletik und vielleicht auch meine Zielstrebigkeit meint. Die letzte Saison war das erste Jahr für Sascha hier bei der HSG, da musste er erst mal schauen, wo die Stärken und Schwächen der Mannschaft liegen und hat dann kontinuierlich daran gearbeitet, dass jeder Spieler seine persönlichen Stärken bestmöglich einbringen kann. Das merke ich in meinem Spiel ganz besonders. Das Spielsystem im Angriff sowie in der Abwehr passt einfach zu jedem von uns sehr gut und das ist vielleicht auch ein bisschen der Grund dafür, dass sich jeder Spieler weiterentwickeln kann.

Trotzdem gab es in der laufenden Saison immer wieder Spiele, in denen es nicht so gut für Ihre Mannschaft lief. Anfang des Monats gab es zum Beispiel eine 35:40-Heimniederlage gegen Teutonia Riemke. Wie erklären Sie sich die plötzlichen Leistungsschwankungen?
Ich bin der Überzeugung, dass unsere personelle Situation mit den vielen verletzungsbedingten Ausfällen dafür die Hauptursache ist. Wenn man nur mit wenigen Leuten trainieren kann, überträgt sich das automatisch auch auf die Spiele. Wenn man sieht, dass wir uns zu Hause 40 Tore von Riemke fangen, ist das nur mit dem Fehlen der nötigen Konsequenz und Aggressivität zu erklären.

Wie sieht es im „Innenleben“ der Mannschaft aus?

Extrem gut, wir können uns alle gegenseitig auf die Mitspieler verlassen und sind eine super Gemeinschaft. Mit den Jungs macht es richtig Spaß, auf dem Feld zu stehen. Wir sind sehr ehrgeizig und pushen uns im Training, wie auch in den Spielen, gegenseitig. Das ist ein wichtiger Faktor.

Welche Ziele wollen Sie in der laufenden Spielzeit noch mit Ihrer Mannschaft erreichen?
Wir haben uns durch den Heimsieg gegen Dortmund wieder auf den dritten Tabellenplatz vorgeschoben. Ich denke, dass es realistisch ist, sich in der Top-Drei-Gruppe der Liga festzusetzen. Das muss auf jeden Fall unser Ziel sein. Hinter uns stehen viele Mannschaften mit Potenzial, die Liga ist bis ins Mittelfeld hinein sehr ausgeglichen, daher müssen wir darauf aufpassen, nicht auf einmal durchgereicht zu werden.

Schauen wir weiter voraus: Wie soll es für Sie persönlich nach der Saison weiter gehen?
Ich werde auf jeden Fall auch im nächsten Jahr hier in Gevelsberg spielen. Ich denke, dass sich hier in den vergangenen Jahren eine Entwicklung in Gang gesetzt hat, bei der ich gerne dabei sein möchte. Da ist immer noch Potenzial in der Mannschaft, sich weiter zu entwickeln, daher sehe ich auch meine persönliche Perspektive hier in Gevelsberg. Mir macht es hier einfach richtig Spaß mit dem Trainer, dem Umfeld und den Mitspielern. Besser könnte es nicht sein.

Bericht: Westf. Rundschau
Bild: jens Pommerenke, airpictures.de

https://www.wr.de/sport/lokalsport/ennepetal/sebastian-breuker-ich-fuehle-mich-hier-pudelwohl-id228471437.html

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