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Nicht immer einer Meinung

Im Topspiel der Handball-Verbandsliga trennen sich Bommern und Gevelsberg unentschieden.

Eigentlich sind Sascha Šimec und Thorsten Stephan oft einer Meinung. Nach dem Spiel zwischen ihren beiden Teams vom TuS Bommern und der HSG Gevelsberg/Silschede waren sie das ausnahmsweise mal nicht. Nach dem 25:25 (13:10)-Remis im Topspiel der Handball-Verbandsliga sind die beiden Übungsleiter aber dann doch wieder einer Meinung – denn beide halten das Unentschieden für absolut leistungsgerecht.

Unterschiedlich sind die Ansichten von Šimec und Stephan bezüglich der Entstehung der Punkteteilung. Während sich Šimec über einige Entscheidungen der Schiedsrichter in der entscheidenden Phase des Spiels beschwert, sieht sein Pendant vom TuS Bommern keinen großen Einfluss der Unparteiischen Schürhoff und Steinebach. Der Gevelsberger Trainer beklagt unter anderem das unausgewogene Verhältnis von Zeitstrafen und Strafwürfen gegen sein Team. Fünfmal mussten seine Spieler für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen, die Gastgeber dagegen nur zwei Mal. Noch eklatanter ist der Unterschied bei den ausgesprochenen Siebenmetern: Hier kommt Bommern auf fünf Strafwürfe, die HSG hingegen bekam nicht einen zugesprochen. „Die nackten Zahlen drücken das in meinen Augen schon klar aus“, sagt Šimec.

Gevelsberg dreht die Partie

Doch damit genug zu der Leistung der beiden in gelb gekleideten Unparteiischen. Denn im Vordergrund standen ganz eindeutig die beiden Teams, die sich am Samstagabend in der sehr gut besuchten Bommeraner Sporthalle ein spannendes und teilweise hochklassiges Spiel auf Augenhöhe lieferten. Nach rund 20 Minuten führen die Gäste aus Gevelsberg knapp ehe der TuS Bommern mit vier Treffern in Serie erstmals ein kleines Polster herauswerfen kann. „Wir haben es mehrfach verpasst, uns weiter abzusetzen“, sagt Bommerns Trainer Stephan nach der Begegnung. Er meint damit nicht nur die Phase kurz vor der Halbzeitpause, auch nach dem Gang in die Kabinen gibt seine Mannschaft erst einmal klar den Takt vor.

Mit 16:11 führt der TuS bereits etwas deutlicher, ehe die Gevelsberger das Zepter übernehmen. 15 Minuten vor dem Ende geht die HSG beim 18:19 durch Christopher Schrouven in Führung. Bedingt auch durch die zwei Überzahlsituationen, die die Šimec-Truppe clever ausspielt und so das Spiel wieder offen gestalten kann.

Anschließend begegnen sich die beiden Kontrahenten wieder auf Augenhöhe, keinem Team gelingt es sich spielentscheidend abzusetzen. Was auch an der Leistung von HSG-Schlussmann Christian Scholz liegt. Immer wieder zeigt Scholz starke Paraden und sorgt für Verzweiflung bei den Gastgebern. „Er hat wirklich ein herausragendes Spiel gemacht. Das war beeindruckend“, lobt Sascha Šimec seinen Torwart.

Manndeckung gegen Jung fruchtet

Außerdem fruchtet die Manndeckung des Gevelsberger Trainer gegen den starken Bommeraner Fabian Jung. Mit zehn Toren ist der Halblinke bester Schütze seines Teams, in der Schlussphase kommt Jung aber aufgrund der Manndeckung nicht mehr entscheidend zur Geltung. Da die letzten Angriffe sowohl auf Bommeraner wie auch auf Gevelsberger Seite nichts mehr einbringen, geht ein Topspiel des Spieltags zwischen dem Tabellenzweiten und dem Dritten unentschieden aus.

„Hätte das Spiel noch fünf Minuten länger gedauert, hätten wir gewonnen. Ich muss dem Team aber ein großes Kompliment aussprechen, das war eine sehr reife Leistung“, sagt Sascha Šimec nach der Partie. Ähnlich wie Stephan sieht auch der Gevelsberger Trainer eine gerechte Punkteteilung in einem ansprechenden Verbandsliga-Spiel. Womit sich die Trainer wieder zumindest dabei wieder einig wären.

Text: Fabian Vogel, Westf. Rundschau
Bild: Bastian Haumann

https://www.wr.de/sport/lokalsport/ennepetal/nicht-immer-einer-meinung-id216687421.html

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