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HSG Gevelsberg-Silschede gelingt (fast) ein Start nach Maß

Das war ein Start nach Maß. Na ja, fast. Denn Handball-Oberligist HSG Gevelsberg-Silschede verspielte einen möglichen Sieg. Einerseits. Denn andererseits erzielten die Gastgeber immerhin mit dem 29:29 (16:12) gegen die TSG Altenhagen-Heepen Bielefeld einen Punkt. Denn klar ist auch: In den letzten Momenten hätten die Gevelsberger zur Heimpremiere durchaus alles verspielen können. Keeper Patrick Huhn rettete zwölf Sekunden vor der Schlusssirene das Unentschieden. TSG-Trainer Michael Boy bewertete dies als Punktgewinn.

Es zeigte sich, dass die Gevelsberger in der nunmehr vierten Saison in der westfälischen Beletage eine weitere Stufe nach oben erklimmen wollen – und auch können. So begann die Saison mit einer einmal mehr imposanten Kulisse von offiziell 650 Zuschauern. Die besondere Geste am Rande: Etwa 30 derzeit in Gevelsberg lebende Flüchtlinge waren unter den Zuschauern. Und sie hatten offensichtlich viel Spaß und viel Enthusiasmus mitgebracht. Eine echte Bereicherung!

Ein Knistern der Vorfreude
Vor der Partie sorgten die HSG-Trommler für eine Erweiterung der Choreographie, um dem Begriff „Hölle West“ weiteren, mehr Inhalt zu verleihen. In einheitlichen „Hölle“-T-Shirts verteilten sie über die Tribüne riesige blau-rosa Fahnen – zusammengeklebt aus Müllsäcken. Überhaupt machte sich ein Knistern der Vorfreude bemerkbar – spätestens mit dem Einlaufen der Gevelsberger Mannschaft, begleitet vom vereinseigenen Nachwuchs der gemischten E-Jugend. Ein imposantes Bild, eine imposante Stimmung.Eine weitere Neuerung: erstmals nahm Jörg Müller als HSG-Trainer auf der Bank Platz – wenngleich er die meiste Zeit neben der Bank stand. Nun, eigentlich stand er während der gesamten Spielzeit, gab seine Anweisungen, redete während der Auszeiten seinen Spielern ins Gewissen, die zunächst dem knappen Rückstand hinterher rannten.

Neben Huhn hatte Müller die Feldspieler Fabian Kling, Björn Wohlgemuth, Björn Rauhaus, Rafael Dudczak, Sebastian Breuker und Leo Stippel als Startaufstellung aufgeboten. Es dauert bis zur 21. Minute, ehe Gevelsberg-Silschede die stetige Führung erspielte. Zunächst mit dem 9:9 durch „Flitzer“ Kling, schließlich sorgten Leo Stippel, Sebastian Breuker und Christopher Schrouven für die 12:10-Führung (23.) gegen Bielefeld. Den Gästen fehlten Pascal Welge, Moritz Schneider, Luca Werner und Fabian Schnorfeil (Michael Boy: „Wir waren personell am Limit angekommen.“).

Jörg Müller ließ die Start-Formation nicht lange auf dem Parkett. Nach zwölf Minuten kam Christopher Schrouven für Björn Wohlgemuth, etwa weitere zehn Minuten später schon die Wechsel von Yannick Brockhaus zu Björn Rauhaus und Kevin Kliche zu Rafael Dudzcak. Der vierte Wechsel fünf weitere Minuten später, als Christopher Temp für Sebastian Breuker aufs Feld kam. Vier Wechsel in einer ersten Halbzeit.

Dennoch gelungene Heimpremiere
Diese taten auch durchaus Not, da vor allem Breuker, schließlich auch Wohlgemuth viele Chancen ausließen. Breuker scheiterte zweimal an Gäste-Keeper Maximilian Conzen, leistete sich drei „Fahrkarten“ und traf zweimal „Holz“. Björn Wohlgemuth ließ vier gute Möglichkeiten aus, traf zweimal die Latte, scheiterte zweimal an dem Gäste-Keeper. Während der gesamten Spielzeit.Dennoch: Gevelsberg kann mit der Heimpremiere zufrieden sein. Jörg Müller war es denn auch, er meinte: „Wir hätten auch die Höchststrafe mit der Niederlage kassieren können.“ Zudem zeigte die mitreißende Spielweise, dass Gevelsberg-Silschede mit dem Klassenerhalt ein realistisches Ziel hat. Die Fortsetzung ist erwünscht, wenn das schwere Auftaktprogramm am Samstag beim neuen Spitzenreiter TuS Spenge (zwei Siege nach zwei Spielen) fortgesetzt wird.

Heinz-G. Lützenberger

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