News

„Ich kenne die Halle noch mit 1000 Gästen“

Die HSG Gevelsberg/Silschede will in Zukunft wieder mehr Zuschauer in die Halle locken.

Wenn eine Ära wie die von Thomas Schneider zu Ende geht, entstehen auch immer neue Möglichkeiten. Nach sechs Jahren gab Schneider nun bekannt, dass er seinen Posten als Vorsitzender der HSG Gevelsberg/Silschede räumt. Wir haben mit Christof Stippel, ebenfalls Mitglied im Vorstand der Gevelsberger Handballer über die Nachfolge und die Ziele der Spielgemeinschaft gesprochen.

Christof Stippel, Thomas Schneider tritt nach sechs Jahren als Vorsitzender der HSG zurück. Wie geht es nun weiter, wer übernimmt die Nachfolge?
Christof Stippel: „Thomas hat viele Jahre klasse Arbeit gemacht, war immer ansprechbar und wird uns sicherlich fehlen. Es ist aber nie so gewesen, dass einer alleine bei uns den Verein leitet. Christian Thaler, Heike Maenz und ich haben das ja immer begleitet, alles wurde im Team entschieden. So geht es nun auch erst einmal weiter. Anfang des Jahres gibt es dann die Jahreshauptversammlung, dann stehen auch wieder Wahlen an. Eine Doppelspitze ist da eine Option, es ist aber egal wer dann an der Spitze steht, wir werden das wie unter Thomas’ Führung wieder gemeinsam als Team machen, denn das Team funktioniert sehr gut. Nicht zu vergessen Joschua Schnabel und Kim Büddecker als Männer- und Frauwart.

Wer kommt als Nachfolger denn in Frage?
Alle, da wir bisher auch immer alle gleichberechtigt waren. Wir treten schon immer als Vorstandsteam auf. Wenn ich mich irgendwo vorstelle, dann sage ich auch: „Guten Tag, Christof Stippel vom Vorstand der HSG.“

Welche Ziele hat der neue Hauptverantworliche und das dahinter fungierende Team denn für die kommenden Jahre?
Vor allem möchte ich betonen, dass der Verein ja nicht nur aus der ersten Mannschaft besteht, da läuft es ja aktuell auch gut. Sorgen machen wir uns eher um die Zukunft, gerade in puncto ehrenamtliches Engagement fehlen uns junge Leute. Da engagierte junge Leute zu finden ist sicherlich ein Ziel, dass wir verfolgen.

Dass das gelingt, zeigt das Beispiel Joshua Schnabel, der jetzt Männerspielwart bei uns ist. Davon brauchen wir aber mehr, denn wir als Vorstandsteam haben derzeit zwischen 15 und 20 Stunden Arbeit neben unseren eigentlichen Berufen zusätzlich, da wäre es schön auch mal Verantwortung abgeben zu können.

Neben der Akquisition von neuen Ehrenamtlern – was gibt es noch für Aufgaben in der Zukunft?
Da gibt es einige, das Thema Sponsoring ist aber ein ganz akutes, denn es macht einiges möglich oder eben auch unmöglich. Gerade mit Blick auf die Jugendarbeit wäre es wichtig, wenn wir in diesem Bereich noch einiges akquirieren könnten. Es reicht nämlich nicht mehr, einem Jugendtrainer 50 Euro in die Hand zu drücken, gerade nicht wenn es ein qualifizierter Trainer sein sollen.

Vor allem der Mädchenhandball macht uns derzeit Sorge, das ist sicher eine der Herausforderungen, junge Mädchen zum Handballspielen zu begeistern.

Mit Blick auf die erste Mannschaft in der Verbandsliga: Wie zufrieden sind Sie und was gibt es für mittelfristige Ziele?
Sportlich sind wir mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden, auch wenn es noch ein bis zwei Punkte mehr hätten sein können. Die Verbandsliga ist aber sehr ausgeglichen, entsprechend schwer ist es da Woche für Woche. Wir werden uns im vorderen Drittel der Tabelle etablieren, da bin ich sicher. Im nächsten Jahr wollen wir dann gerne wieder ganz oben angreifen, aber man kann einen Aufstieg nicht am Reißbrett planen. Generell gehören Aufstiege aber zum Sport dazu wie die Abstiege und da wir gerade erst abgestiegen sind, wollen wir mittelfristig schon gerne wieder in die Oberliga.

Abseits des Spielfeldes – welche Ziele verfolgt die HSG Gevelsberg/Silschede da?
Ich würde gerne wieder mehr Zuschauer in der Halle begrüßen, auch wenn sich das in den vergangenen Wochen wieder merklich verbessert hat. Gegen Hagen waren etwas mehr als 500 Zuschauer in der Halle und sie haben ein begeisterndes Spiel gesehen. Ich kenne die Halle West mit 1000 Zuschauern, das ist schon etwas besonderes. Die Mannschaft tut momentan viel dafür, sieht spielt wirklich schnell und ich kenne ja den Trainer: der will noch schneller spielen.In der Oberliga sind uns einige Zuschauer weggebrochen, was angesichts des bereits im Januar feststehenden Abstiegs aber nur wenig verwunderlich ist.

Mit Blick auf die anderen Teams der HSG – wie bewerten Sie da die Situation?
Unsere Damen sind ja noch ungeschlagen und stehen knapp hinter der Spitze, da muss man mal abwarten. Marcel Heyde macht da einen guten Job, was wichtig für uns ist. Denn Damenhandball hat in Gevelsberg einen großen Stellenwert. Ein Verein hat im Idealfall immer Herren und Damen gut besetzt, das ist auch für das Vereinsleben sehr wichtig. Gerade mit Blick auf die Damen liegt uns die Entwicklung im Mädchenhandball besonders am Herzen.Bei der Jugend machen wir Fortschritte, auch wenn wir wie alle anderen Vereine mit den heute typischen Faktoren zu kämpfen haben. Demografie, das vielfältige Sportangebot oder auch die Alternativen in der Freizeit – wir kämpfen darum, die Kinder wieder zum Handball zu bewegen. Der Teil Arbeit in dem Wort Jugendarbeit beschreibt es ganz gut: es ist Arbeit. Und Geld um diese gute Arbeit auch zu bezahlen, da müssen wir auch neue Lösungswege suchen,.

Text: Fabian Vogel, Westf. Rundschau
Bild: Westf. Rundschau, Archiv

https://www.wr.de/sport/lokalsport/ennepetal/ich-kenne-die-halle-noch-mit-1000-gaesten-id215736801.html

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: