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Fleischhauer stellt die Leistung der Mannschaft in den Mittelpunkt

Wie man so schön sagt: Er hat den Unterschied ausgemacht. Für den Handball-Oberligisten HSG Gevelsberg-Silschede bedeutet dies, dass Rückkehrer Tobias Fleischhauer das Erfolgserlebnis in die Halle West zurück gebracht hat. Der erste doppelte Punktgewinn in der Saison gelang zur Premiere des Linksaußen mit dem 31:27 (17:12) gegen den TuS Bielefeld-Jöllenbeck.

Doch Fleischhauer weist seine (Haupt)-Rolle von sich. „Das Team hat sehr, sehr gut gespielt“, so das HSG-Eigengewächs, das nach knapp anderthalb Jahren beim Drittligisten SG Schalksmühle-Halver zu seinem Stammverein zurück gekehrt ist. Kein Wort, keine Andeutung über seine Leistung, über seinen Beitrag zu diesem ersten Sieg. Lediglich, dass es hier und da noch einige Schwierigkeiten in der Abstimmung gegeben habe. Stattdessen sagt er zur Freude der Gevelsberger Handball-Freunde und Fans, dass es „sehr schön ist, wieder in Gevelsberg zu spielen“.

Dazu schätze er das Potenzial der Mannschaft als stark genug für einen sicheren Klassenerhalt, für einen Platz im Mittelfeld ein. „Jeder kann jeden schlagen. Wir werden es schaffen. Wir werden es beweisen“, sagt Tobias Fleischhauer ins Mikrofon von Thorsten Stephan nach dem Spiel im Foyer der Halle zum „Handball-Talk“.

Zentnerlasten fallen ab
Und mit letzterer Einschätzung steht Fleischhauer nicht alleine da. HSG-Trainer Jörg Müller hat immer das Potenzial seiner Jungs geschätzt, es fehle lediglich ein Erfolgserlebnis – das hatte Müller fast gebetsmühlenartig stets wieder holt. Am Samstagabend war es denn soweit. Zentnerlasten fielen von den Herzen der Spieler, der Betreuer, der Fans. Der Jubel, als Björn Wohlgemuth mit seinem Treffer zum 30:27 etwa anderthalb Minuten vor der Schlusssirene alles klar machte, war riesig.

Tobias Fleischhauer stand – wie eigentlich nicht anders zu erwarten war – in der Startformation. Auf Linksaußen war er zwar nicht der Dirigent des Spiels, aber er entwickelte sich zum wichtigen soliden und stabilisierenden Faktor. Fehlpässe? Fehlanzeige! Fehlwürfe? Aus dem Spiel heraus keine.

Lediglich einen Strafwurf wusste Fleischhauer nicht zu verwandeln (57.) Gleiches Missgeschick passierte übrigens Yannick Brockhaus gleich zweimal (17., 53.).

Klar, der eine oder andere Laufweg oder die eine oder andere Ballstafette musste abgebrochen werden. Fleischhauer hatte recht, dass die Abstimmung noch nicht perfekt sei. Immerhin war es mit ein Verdienst von Fleischhauer, dass aus solchen Situationen keine Ballverluste und Gegentreffer entstanden sind. Das war nicht immer so.

Jörg Müller attestiert dem „Neuen“ auch eine clevere Spielweise. „Er hat auch viel Ballast von der Mannschaft weggenommen“, unterstreicht Müller den nicht zu unterschätzenden psychologischen Aspekt, der mit der Verpflichtung einher gegangen ist. Überdies sorgte Tobias Fleischhauer für Treffer zur rechten Zeit.

Zuerst das 1:1 (2.) – als Signalwirkung für die Mannschaft zum Start ins schließlich mitreißende Spiel. Als sich Jöllenbeck anschickte, den Rückstand zu verkürzen, stoppte Fleischhauer mit seinem Treffer zur 22:18-Führung (38.) den Trend. Wichtiger aber sein Tor sechs Minuten vor dem Ende. Erneut war Jöllenbeck drauf und dran zu verkürzen. Der Gevelsberger Linksaußen machte dem Spuk mit dem 29:26 ein Ende – zumindest kurzfristig. Komplettiert wurde seine Ausbeute mit dem 15:10 in der 25. Minute.

Jöllenbeck kassiert zweimal „Rot“
In der Schlussphase profitierte Gevelsberg wohl auch von den nachlassenden Kräften der Gäste – bedingt durch das Rot nach dritter Zeitstrafe gegen Leon Ludwig (50.) sowie dem Feldverweis gegen Lukas Heins (57.) nach brutalem Foul gegen Leo Stippel.

Übrigens hatte Gevelsberg mit dem 19:13 durch Fabian Kling (33.) und dem 20:14 durch Yannick Brockhaus (35.) zweimal einen Sechs-Tore-Vorsprung. Kritisch wurde es aber nur fünf Minuten später. Erst erhielt Kling eine Zeitstrafe, dann musste Björn Rauhaus für einen Wechselfehler büßen. Die Ostwestfalen verkürzten auf 22:20 (41.), 23:21 (42.) und 23:22 (43.). In der Folgezeit sorgten Patrick Huhn mit starken Paraden sowie Wohlgemuth wuchtig aus dem Rückraum und Rafael Dudczak unnachahmlich am Kreis dafür, dass den Gevelsbergern schließlich doch noch das Happy-End gelang.

Heinz-G. Lützenberger

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